15 Teilnehmer, jede Menge Berge, Schluchten und Gipfel – und für jeden Geschmack etwas dabei: Bei unserer Wanderwoche 2026 bezogen wir in Obervellach im Mölltal unser Quartier und machten uns von dort aus auf, die Bergwelt rundherum zu erkunden.
Schon am Anreisetag ging es nach der Ankunft nicht lange gemütlich zu. Nachdem wir unsere Kärnten Card in Empfang genommen hatten, wurde zunächst der Marktplatz unter die Lupe genommen. Zwischen den verschiedenen Handwerksständen fand sich so manches interessante Stück – und der eine oder andere konnte natürlich nicht widerstehen und nahm ein getöpfertes Utensil für den heimischen Garten mit. Schließlich hatte man so etwas daheim ja noch nicht!
Am Nachmittag stand dann die erste Wanderung auf dem Programm. Durch die Groppensteinschlucht ging es über spektakuläre Steige, Brücken und Konstruktionen. Nach der Schlucht war aber noch lange nicht Schluss: Wir stiegen weiter hinauf zum Himmelbauer, wo wir auf unsere Radlergruppe trafen. Die Aussicht über das Mölltal war dort so schön, dass man gut verstehen konnte, warum dieser Platz wohl zu seinem himmlischen Namen gekommen ist.
Hoch hinaus am Ankogel
Am Sonntag zeigten die Webcams erfreuliche Bilder aus der Höhe – also nichts wie hinauf! Mit der Ankogelbahn fuhren wir zum Hannoverhaus. Für den Großteil der Gruppe waren die Grauleitenspitze und die Arnoldhöhe die Tagesziele. Natürlich durfte auch die Einkehr im Hannoverhaus nicht fehlen.
Markus und Katharina hatten allerdings noch etwas mehr vor. Der Ankogel schien vom Hannoverhaus aus beinahe zum Greifen nah. Dass zwischen „sieht gar nicht weit aus“ und „ist eine ausgewachsene Bergtour“ ein kleiner Unterschied besteht, mussten die beiden dann feststellen. Am Ende stand aber auch der Ankogel erfolgreich auf der Gipfelliste.
Währenddessen waren auch unsere Radler fleißig unterwegs. Am Montag ging es für sie zum Danielsberg, am Dienstag stand die Wollinger Hütte auf dem Programm. Die Wanderer teilten sich derweil auf und machten sich in zwei Gruppen auf den Weg zum Tauernkreuz beziehungsweise zur Hagener Hütte.
Viele Wege, viele Gipfel
Auch in den folgenden Tagen wurde das Mölltal ausgiebig erkundet. Je nach Lust, Kondition und Tagesplanung wurden Ebeneck und Polinik bestiegen. Die Fraganter Hütte wurde über den Rollbahnweg erwandert – und von den Bikern kurzerhand ebenfalls besucht, natürlich auf zwei Rädern.
Drei Wanderer machten sich über den Duisburg-Hannover-Weg auf den Weg zum Kleinen Tauernsee. Ein weiterer Höhepunkt war die Durchquerung der Raggaschlucht, bevor es mit der Seilbahn hinauf zum Goldeck ging. Oben angekommen, wurden verschiedene Rundwanderungen unternommen.
Und dann war da noch Markus – unser ganz persönlicher Gipfelsammler der Woche. Neben Polinik und Ankogel standen auch die Alkuser Rotspitze, Goldbergspitze und Goldzechspitze auf seinem Tourenprogramm. Da wurde die Gipfelliste ordentlich gefüllt!
Wintereinbruch zum Abschluss
Zum Abschluss der Wanderwoche ging es am Freitag noch nach Heiligenblut. Mit der Seilbahn fuhren wir hinauf zum Schareck. Über Nacht hatte der Winter allerdings noch einmal kräftig angeklopft: Bis auf rund 2.000 Meter hatte es geschneit, und am Gipfel erwartete uns ein eisiger Wind, der den frischen Schnee ordentlich verfrachtet hatte.
Die geplante Wanderung zum Hochtor an der Großglockner-Hochalpenstraße mussten wir deshalb vernünftigerweise ausfallen lassen. Dafür zeigte sich der Großglockner von seiner besten Seite. Die klare Sicht auf den imposanten Gipfel entschädigte uns mehr als ausreichend für die ausgefallene Tour.
Bevor es endgültig wieder Richtung Heimat ging, besuchten wir noch das Haus der Steinböcke in Heiligenblut – quasi die Kärntner Antwort auf das Haus der Natur in Berchtesgaden. Den letzten Programmpunkt bildete der Jungfernsprung, ein beeindruckender Wasserfall, dessen Entstehung laut Sage auf den Sprung einer vom Teufel verfolgten Jungfrau von der Felswand zurückgeht.
So ging eine abwechslungsreiche Wanderwoche zu Ende. Von gemütlichen Wanderungen über anspruchsvollere Gipfeltouren bis hin zu Schluchten, Seilbahnfahrten und Radltouren war alles dabei. Und genau das macht eine gemeinsame DAV-Wanderwoche aus: Jeder findet seine Tour, am Ende trifft man sich wieder – und gemeinsam gibt es viel zu erzählen.
Bericht: Mike
Fotos: Steffi, Annemarie, Mike