Die Wetterprognosen versprachen ideale Bedingungen für eine Frühjahrsskitour in die Berchtesgadener Alpen. So machten sich Gory, Hans und Guide Heini frühmorgens mit dem Alpenvereinsbus auf den Weg nach Hammerstiel. Die E-Bikes waren bereits verladen – ein praktischer Vorteil für den Zustieg.
Mit Skiern am Rucksack und Skischuhen an den Füßen ging es dank elektrischer Unterstützung zügig über den steilen Forstweg hinauf nach Kühroint. Zu unserer Überraschung waren noch zahlreiche „Skiverrückte“ unterwegs, die den Klassiker der Watzmannkinder wohl als Saisonabschluss ins Auge gefasst hatten.
Auf dem Weg zum Watzmannhaus lag stellenweise noch Schnee, doch aufgrund aperer Passagen blieben die Ski zunächst am Rucksack. Erst am Einstieg ins Kar konnten wir auf ausreichend Schneelage wechseln und stiegen zügig über tragfähigen Firn durch lichten Lärchenwald auf.
Am Brotzeitfelsen, unweit des vierten Kindes, ist es – so Heini – um 10 Uhr immer sonnig. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, sei das ein sicheres Zeichen für schlechtes Wetter. Ganz nach diesem Motto legten wir dort unsere erste Rast ein. Für einen kurzen Schreckmoment sorgte eine sich selbstständig machende Thermoskanne, die unter einem Felsen verschwand – konnte jedoch mit etwas Einsatz wieder geborgen werden.
Nach knapp drei Stunden erreichten wir den Gipfel des dritten Kindes. Ein Gipfelkreuz war nicht zu sehen – vermutlich saßen wir, bei der hohen Schneelage, direkt darauf, während wir unsere Brotzeit genossen. Der Firn war inzwischen perfekt aufgeweicht, sodass wir mit herrlichen Schwüngen zum Fuß des vierten Kindes abfahren konnten.
Da die Verhältnisse so gut waren, entschieden wir uns für einen weiteren Aufstieg zum fünften Kind. Gory blieb unten und beobachtete unseren Aufstieg. Kurz unterhalb des Sattels wurde der Schnee bereits weich, weshalb wir ohne längeren Aufenthalt direkt wieder zur Abfahrt übergingen. Die Beine waren inzwischen etwas müde, doch die Abfahrt gelang dennoch mit schönen, wenn auch etwas ruhigeren Schwüngen.
Wieder vereint, fuhren wir gemeinsam über guten Firn zurück zum Wanderweg. Hans sorgte dabei noch für eine kleine, folgenlose Showeinlage. Unten angekommen, warteten bereits unsere Räder, mit denen wir die Abfahrt ins Tal genießen konnten – deutlich komfortabler als der lange Fußmarsch über den rund acht Kilometer langen Forstweg.
Eine rundum gelungene Tour in unseren heimischen Bergen – und hoffentlich nicht die letzte dieser Art in dieser Saison.