© DAV Teisendorf - in Gipfelnähe des Langkofels öffnen sich die Blicke auf Sella, Civetta und Marmolada

Einmal?

16.07.2026

Klettern in den Dolomiten

vom 16. bis 19. Juli 2026

Es findet sich immer ein guter Griff. Der Fels ist fest und rau – mit jedem Schritt wächst das Vertrauen in die Reibung unserer Schuhe. So macht Klettern Spaß! Stundenlang genießen wir den Aufstieg in gemäßigten Schwierigkeiten. Schnell ziehen wir Vergleiche zur Heimat: „Das fühlt sich an wie in der Watzmann-Ostwand.“ Wenn da nur nicht diese gewaltige Kulisse wäre: Schon vom Parkplatz aus ragt der Langkofel als gigantischer Klotz empor.  Die tief eingeschnittene Langkofelscharte öffnet das Tor zu einer Welt aus senkrechten Wänden und kühnen Felstürmen. Das hat mit den heimischen Bergen nur noch wenig gemeinsam – wir sind begeistert!

Die Wetterprognose verspricht für unsere Tage immer wieder Schauer. Nur der Anreisetag soll stabil sein. Deshalb starten wir früh und nehmen gleich am ersten Tag die längste Tour in Angriff: den Langkofel. Nach fünf Stunden erreichen wir den Gipfel und genießen die großartige Fernsicht. Der lange Abstieg führt mit zahlreichen Abseilstellen über die Aufstiegsroute zurück. Sicherheit geht vor, deshalb lassen wir uns Zeit. Als wir die Langkofelscharte erreichen, hat die Bahn bereits den Betrieb eingestellt. Also geht es zu Fuß zum Parkplatz hinab und direkt zum Abendessen – geduscht wird später.

Am nächsten Morgen regnet es. Erst mit den Auflockerungen am späten Vormittag brechen wir zur Via Maria an der Sas de Pordoi auf. Nach einer Stunde Zustieg ist der Fels tatsächlich trocken. Die Tour entpuppt sich als knackiger, hart bewerteter Klassiker – schon die abgekletterte Einstiegslänge ringt uns gehörigen Respekt ab. Obwohl „nur“ IV+, ergänzen wir die spärliche Absicherung sorgfältig und nehmen uns auch für die anspruchsvolle Wegfindung entsprechend Zeit. Der Ausstieg liegt direkt an der Terrasse der Bergstation. Doch erneut ist die letzte Bahn weg und nach dem Abstieg per Pedes fahren wir, um nicht leer auszugehen auf direktem Weg in die Pizzeria. Lachend schallt es aus der Gruppe: „Wenn wir doch nur einmal geduscht zum Essen gehen könnten!“ 😉

Am Samstag steht die Kleine Micheluzzi in der steilen Südwand des Piz Ciavazes auf dem Programm. Die Kletterei ist schön und der Abstieg über das von Edelweiß übersäte Gamsband kurzweilig. Nachmittags sitzen wir entspannt bei Kaffee und Kuchen – und tatsächlich: Heute schaffen wir es vor dem Abendessen unter die Dusche. Einmal!

Der Abreisetag soll uns noch ein paar gut abgesicherte Seillängen an der Langkofelscharte bescheren. Doch entgegen aller Berichte überrascht uns schon zur Mittagszeit ein Schauer. Bei leichtem Regen seilen wir ab und laufen – unfreiwillig frisch geduscht – in der Demetz-Hütte ein, um uns bei einem heißen Kaffee aufzuwärmen. Schwebend geht es mit der Bahn hinab zum Auto. Einmal!

Am Ende bleiben nicht nur eindrucksvolle Klettertouren und großartige Landschaften in Erinnerung, sondern vor allem die gemeinsame Zeit. Wie so oft in unserer kleinen Sektion war die Tour für mich weniger wie eine geführte Veranstaltung als wie ein Ausflug mit guten Freunden. Vielen Dank an Steffi, Armin und Felix für vier schöne und sehr lustige Tage!

Tourenleitung, Fotos und Bericht: Stefan Stadler