© DAV Teisendorf
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MTB und E-MTB im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald und angrenzender Böhmerwald

6 ausgefüllte MTB-Tage in der Oberpfalz

31.05.2022

Zum Mountainbiken fährt man in den Süden, basta! Österreich, Südtirol, Schweiz, ja, aber nicht nach Norden, da ist es ja viel zu flach! Jurasteig, Pandurensteig, Nurtschweg, Trans-Bayerwald, für die meisten alles unbekannte Wörter. Aber sie haben es in sich. Dies konnte auch Ende Mai eine „Senioren-MTB-Gruppe“, Durchschnittsalter über 70, trotz Elektrounterstützung feststellen.

Los gings, dem Schlechtwetter ausweichend, zuerst mit einer Rundtour im Steinwald, der uns, an der Ruine Weissenstein, an Bad Alexandersbad, am Luisenburg-Felslabyrinth bis zur Kösseine im Fichtelgebirge raufführte. Zurück wars einfach, immer abwärts auf einem Radweg der Fichtelnaab entlang. Erst danach bezogen wir unsere vorbestellten Zimmer im feinen Landhotel Kastanienhof in Georgenberg, direkt am früheren eisernen Vorhang.

Der zweite Tag war, wie so viele Runden in dieser Gegend, zweigeteilt: auf Bayerischer Seite bebautes Kulturland, auf der Tschechischen Seite Natur pur. Denn bis vor 30 Jahren war dies entvölkertes Grenz-Sperrgebiet, alle Ortschaften wurden geschleift, nur noch einzelne Friedhöfe sind zu erkenne. So erreichten wir über Pleystein und Waidhaus die Waldnaabquelle, kamen über den Entenbühl Nähe dem Langlaufzentrum Silberhütte, zum Aussichtsturm auf dem Havran (deutsch: Rabenstein), zum Brotfelsen und zur Burgruine Schellenberg. Die ganze Runde gespickt mit vielen Singeltrails, aber nie schwieriger als S1.

Der dritte Tag sollte ein Besonderer werden. Nach Kurzbesichtigung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gab mein Bike unwiderruflich den Geist auf. Glücklichen Umständen zufolge wurde ich zum Hotel zurückgebracht und ein hilfreicher Kollege vermittelte mir für die nächsten Tage ein Ersatz-Ebike der Sportgröße Eric Frenzel. Die anderen konnten Dank meines Navi die Runde zu Ende fahren und nahmen noch zwei Trails am Fahrenberg mit.

Neu ausgerüstet starteten wir am nächsten Tag in Eslarn zu unserem nächsten Aussichtsturm, dem Böhmerwaldturm bei Stadlern. Hermann Böhler hatte diese Tour erkundet, die alle arg forderte. Es war nicht alles im Sattel zu bewältigen, steil, Äste auf dem eingewachsenen Weg, zum Schluss noch ein Überschlag, aber wir haben den Turm erreicht. Weiter gings dann etwas moderater über endlose Wälder in der CSSR auf einer von mir getesteten Route.

Die Königsrunde war am Samstag angesagt: der höchste des Oberpfälzer Waldes, der Cerchov (deutsch: Schwarzkopf). In diesem Gebiet verlief sich vor einigen Monaten einmal ein Mädchen, das erst Tage später, zum Glück unversehrt, aufgefunden wurde. Die Wälder um diesen Berg sind aber auch extrem unübersichtlich, ohne Navi ist man verloren, man dreht sich im Kreis. Natürlich war alles gut vorbereitet, ein Verfahren ausgeschlossen. Nach dem Gipfel, gekrönt von zwei mächtigen Türmen, musste noch der markante Gipfelfelsen des Gibacht als Dreingabe herhalten, bevor es über die Voithbergpisten nach Furth im Wald zur verdienten Einkehr am Stadtplatz runterging. Wieder waren es ausgeschilderte Radwege, die die Runde über Cham vervollständigten.

Es stand nur noch der Glasschleiferweg auf unserer To-do-Liste, aber für den Abreisetag zu lang. Also wird er gekürzt und mit dem Nurtschweg, eine in einem Bikemagazin als schwierig beschriebene MTB-Strecke gewürzt. Durchs Zottbachtal mit seinem Skulpturenweg fuhren wir wieder nach Pleystein und dann „übers Land“ nach Waidhaus und von dort sehr anstrengend und steil über den Pleysteiner Sulzberg zum Hotel zurück. Und wieder wurden wir nicht nass, obwohl es rundherum schüttete.

Eine knappe Woche, die jedem äußerst positiv in Erinnerung bleiben wird, ging mit der Heimfahrt zu Ende. Zusammengezählt waren es knapp 400 km und gut 7000 Höhenmeter, die wir bewältigten. Dank dem AV-Bus waren die Fahrkosten überschaubar. Vielleicht kann ich jemanden mit den angefügten Tourenbeschreibungen auf gps-tour.info dazu animieren, einmal über den Tellerrand zu schauen.

Teilnehmer: Regina, Herbert, Heinrich, Felix, Burgi und Michael

Tourenleitung, Bericht und Fotos: Alois