Mit Karte und GPS
ans Ziel
Ausbildungskurs des
DAV-Lehrteams
Seit einigen Jahren
besitzt die DAV-Sektion Teisendorf ein GPS-Gerät, das von jedem
Mitglied ausgeliehen werden kann. Doch bisher fand dieses Hilfsmittel
für die Orientierung im alpinen Gelände kaum Zuspruch. Ich führe es
u.a. darauf zurück, dass der Umgang damit an Anfang doch recht
kompliziert ist.
Um das Handling selbst
besser verstehen und weitergeben zu können, belegte ich kürzlich
einen Fortbildungskurs im Rahmen meiner Pflichtfortbildung für
Fachübungsleiter. Ziel war es, sich nur mit einem GPS-Gerät und
einer topographischen Karte ohne Zuhilfenahme eines PCs zurecht zu
finden. Verwendet wurden verschiedene Geräte. Das Garmin etrex Summit
des DAV Teisendorf ist immer noch ein Spitzengerät, habe ich
feststellen können.
Unsere Ausbilder Heli
und Bernd verstanden es bestens, uns in die Grundlagen der
GPS-Orientierung einzuführen. Ich versuche, das in zwei Tagen
Gelernte in einigen Sätzen und Fotos wiederzugeben:
Grundeinstellungen am
Gerät:
Im Menü unter Setup bei Einheiten das Positionsformat (Bild
1) z.B. in
Deutschland und Österreich UTM, in der Schweiz das dortige eigene
bzw. Grad/Minuten/Sekunden) einstellen. Für die Kartenarbeit unter
Setup bei System zum Batteriesparen GPS und Kompass ausschalten
Abbildung 1:
Setup-Seite mit der wichtigen Einstellung von
Positionsformat, Kartendatum, Maßeinheiten |

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Das zur Verfügung
stehende Kartenmaterial einordnen:
Karten ohne (Bild 2) oder mit (Bild
3) geodätischen Koordinaten; nur in den neuen
AV-Karten ist das UTM-Gitter eingezeichnet. Feststellen der Entfernung
zum Nullmeridian und zum Äquator am linken unteren Karteneck, Beschreibung (meist in roter
Schrift, Bild 4) auf der Legende beachten.
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Bild 2:
Karte ohne Koordinaten. Das Gitter hat keinerlei Bedeutung (
Beispiel) |

Bild 3:
Neuere AV-Karte mit UTM-Gitternetz im Bereich von 33 T
(Beispiel)
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Bild 4:
Vorsicht bei der Eingabe der Koordinaten, es fehlt eine 5 vor
der Höhenangabe! Hier aus der Legende ersichtlich!
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Feststellen des
eigenen Standortes mit GPS-Ortung im Freien; andere Möglichkeiten
zuhause: Koordinaten in der Legende auf der Karte aufgedruckt oder übers Internet
festgestellt (www.alpinkoordinaten.de). Die einfachste Übung!
| Wegpunkte
für die nächste Skitour aus der Karte mit eingezeichnetem
UTM-Gitternetz mit Planzeiger rausmessen und in das Gerät
eingeben. Wegpunkte zu einer Route zusammenstellen. Im
Gelände dieser Route folgen (Bild
5). Die Route ist nichts
anderes als die sogenannte Marschskizze, deren Erstellung und
Verwendung jeder für eine Skihochtour beherrschen müsste!
Mit GPS geht`s wesentlich einfacher!
Abbildung 5:
Route von der Bamberger Hütte zum Kröndlhorn.
Komplizierter Wegverlauf im Bereich des Grabens,
der vom Markkircherl herunterzieht. |

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| Am Endpunkt der Route Wegaufzeichnung
sichern und auf Track back umschalten, um den gegangenen Weg
zurückverfolgen zu können (Bild 6). Zwischendurch Bestimmung des eigenen
exakten Standortes aufgrund Peilung des Ausgangspunktes und Übertrag
auf die Karte.
Abbildung 6:
Begin = Kröndlhorn, End = Bamberger Hütte;
Trackaufzeichnung lückenlos, größerer Maßstab
statt 2 km bis 50 m möglich |

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| Wegpunkte für
die zweite Skitour auf einer Karte ohne geodätische Koordinaten
(UTM-Gitter) feststellen: (Bild
7) Ersten Wegpunkt, in der Regel Koordinaten
der Hütte, aufrufen und unter "Ändern Wegpunkt" das
Projektziel eingeben, aus der Karte mit Planzeiger herausgemessen die
Entfernung und den Winkelgrad eingeben. Auch diese Methode führt auf
10 Meter genau ans Ziel!
Abbildung 7:
Mit Planzeiger wird von bekanntem
Ort die Richtung (Grad) und Entfernung (hier
M 1 : 25000) herausgemessen und in das GPS-
Gerät übertragen. (Karte nur Beispiel!) |

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Dies alles ist in der
Theorie viel zu viel! Deshalb mein Angebot: Möchte jemand den Umgang
mit dem GPS-Gerät von Grunde auf erlernen, bin ich bereit, bei
genügend Interessenten einen Ausbildungskurs abzuhalten. Dies muss
nicht unbedingt im Hochgebirge sein! Doch in ein oder zwei Stunden ist
es nicht möglich, mit dem Gerät vertraut zu werden. Auf alle
Feinheiten kann sowieso nicht eingegangen werden. Aber jeder
sollte, wenn dichter Nebel einfällt, auch in unübersichtlichem
Gelände seinen eigenen Standort bestimmen und den Weiterweg finden
können. Notfalls führt ihn die Track-back-Funktion zum Ausgangspunkt
zurück. Schon mancher hat 100 Meter neben einer warmen Hütte im
Schneesturm biwakiert. Dies könnte heutzutage vermieden werden!
Nebenbei bemerkt: Dieser
Fortbildungskurs war wieder einmal ein "Zuckerl" bei bestem
Wetter und traumhafter Fernsicht an der Bamberger Hütte. Schon
alleine deshalb sollte sich jeder überlegen, ob er sich nicht doch
für eine FÜL-Ausbildung entscheiden könnte.
Hier noch einige Bilder
aus diesem Kurs, aufgenommen von Rudi Hiebl, Freilassing
Alois Herzig,
Ausbildungsreferent
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