Warm
war es in der Bergwanderwoche.
Tourenwoche vom 25. Juni bis 02.
Juli 2005
Am Samstag, den
Anreisetag, strahlte die Sonne schon am frühen Morgen am wolkenlosen
Himmel. Da tut eine
Klimaanlage im Pkw gut. In Meran machten wir eine Kaffeepause, in
dieser Schwüle ein schweißtreibender Genuss. Nicht weit von Meran,
den Vintschgau aufwärts, über Partschins, oben am Südhang auf etwa
750 Höhenmeter, erreichten wir kurz darauf unser Hotel. Ein wohltuender
Luftzug empfing uns bei der Begrüßung mit den bereits eingetroffenen
Teilnehmern der Bergwanderwoche.
31 Leute waren wir
diesmal, Frauen in der Überzahl. Und gut haben wir es getroffen mit
der Unterkunft, oben in aussichtsreicher Höhe, nicht nur Frühstück
und Abendessen waren super. Es tat kaum einen Abbruch, wenn auch das
Hotel überbelegt war und zwei Teilnehmer ca. 20 Minuten Fußweg unten
in Partschins nächtigen mussten.
Die Eingehtour am
Sonntag verlief ,wie an allen Tagen, in mehreren Gruppen: Während die
einen entlang dem Partschinser Waal zum gewaltigen Wasserfall des
Zielbaches wanderten, besuchten die anderen den Sonntagsgottesdienst
und kamen mit dem Gästebus nach. Hinauf ging es zur Nassereither Alm
(1523m) unter der Zielspitze mitten in der Texelgruppe am Meraner Höhenweg
gelegen, vom Wasserfall ein steiler Aufstieg. Nach ausgiebiger
Mittagsrast mischten wir uns neu und zurück zum Hotel wanderten wir
über die Tablander Alm (1788m), das war der längste Weg, den
Partschinser Höhenweg, oder den direkten Abstieg vorbei am 90 Meter
hohen Wasserfall. Natürlich
legten wir bei der freundlichen Wirtin eine Pause ein, leckere
Buttermilch mit Früchten
war der Lohn.
Wie am Vortag strahlte
auch am Montag die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Ab heute konnten wir
schon eine halbe Stunde früher frühstücken, das bringt eine kleinen
Zeitvorteil, aber nicht genug, um ehrgeizige Ziele mit der Gruppe zu
realisieren: Angepeilt waren die Spronser Seen
(ca. 2400m). Mit der Korbbahn von Vellau hinauf auf die
Leiteralm (1495m) und dann weiter zum Hochganghaus (1839m). Aber der
Wirt riet dringend von der Tour ab: in der angepeilten Zeit war der
Rundweg nicht zu schaffen. Darum entschädigte sich die Gruppe mit der
blumenreichen Höhenwanderung auf dem Franz-Huber–Weg zur Tablander
Alm, die wir vom Vortag schon kannten.
Die andere Gruppe
wanderte über Vellau zum Oberplatzer (1302m), eine urige Bauerngaststätte,
ein Aussichtsbalkon über Meran. Beim Rückweg
ließen wir uns von der deftigen
Saxner-Bäuerin über die Kirschpreise aufklären.
Zurückgekehrt im Hotel
relaxten vor allem die Damen dann eifrig im Swimmingpool oder in der
Sauna.
Heute, am Dienstag, war
es am Morgen schon gewittrig, das Wetter hielt sich aber. Wir wollten
auf das Vigiljoch über der anderen Talseite. Natürlich nutzten wir
die preisermäßigte Aufstiegshilfe nach Aschbach (1362 m), die
ehrgeizigere Gruppe strebte über die Naturnser Alm (1922 m) dem
Naturnser Hochjoch zu (2180 m), drehten dann nach Osten wieder ab zu
Vigiljoch (1793 m) und genossen dann die Einkehr an der Schwarzen
Lacke, ein Mountenbikertreff, ähnlich der Stoißer Alm.
Die gemütlicheren
wanderten durch den üppigen Bergwald über St. Vigil direkt zur
schwarzen Lacke. Leider
kränkelte ab heute eine zähe Teilnehmerin, die Reiter Anni
ernstlich. Sie konnte die verbleibenden Tourentage nicht mehr
unbeschwert genießen.
Erst
spät am Abend begann der heimatschwangere Lichtbildervortrag über Südtirol von Sepp Müller,
ein absoluter Kenner des Berglandes. Er gab uns auch im Anschluss noch
wertvolle Tipps für die weiteren Tage.
Die Wolken zogen sich
immer mehr zusammen, sehr zur Freude der Bauern, denn seit Oktober hat
es nicht mehr richtig geregnet, Schnee gab es im unteren Vintschgau
dieses Jahr sowieso nicht. Wir zogen also in zwei getrennten Gruppen
wieder los: die einen mit Fischhaber Schorsch als Rädelsführer auf
dem Saxner-Weg nach Vellau, mit der Korbbahn wieder auf die Leiteralm,
von dort auf dem
Hans-Frieden-Felsenweg nach Hochmut (1361m), zurück auf dem Vellauer Felsenweg zum Oberplatzer, eine ausgesetzte,
schweißtreibende Wanderung, ob der Schwüle.
Die Mehrzahl fuhr mit
dem Auto ins ca. 25 km entfernte Pfossental zum Vorderkaser (1693 m),
von da wanderten wir taleinwärts über die Rableitalm zum Eishof
(2071 m), links die Ötztaler, südwärts die Texelgruppe
mit dem immer kleiner werdenden Gletscher an der Kreuzspitz –
alles Dreitausender . Abkühlung fanden wir auf dem Rückweg in einem
Gewitterschauer. Der war im Jägertreff bei Kaffee und Kuchen gleich
wieder vergessen.
Die Nacht zum Donnerstag
kühlte endlich ab: Ein Gewitter reihte sich an das vorhergehende. Am
Morgen war jedoch wieder alles vorbei und wir konnten, jeder nach Lust
und Laune seinen Ambitionen folgen: Mit dem Schorsch fuhren die
Unentwegten auf Meran 2000 (1945m), von dort bestiegen sie die Kleine
und die Große Ifingerspitze (2581m). Andere fuhren ins Ultental zum
Weisbrunner See (1872m) und machten eine Seenwanderung über den
Fischersee zum Langsee (2340m). Auf Burg Juval nutzten nicht wenige den
letzten Besichtigungstag der Saison, um
das Flair um Reinhold Messner zu genießen und Eindrücke zu
sammeln. Auch Meran stand auf dem Programm. Beim ausgedehnten Abendessen
gab es dann wieder vieles zu erzählen.
Einiges hatten wir uns für
den letzten Tag vorgenommen, doch am frühen Vormittag regnete es in
Strömen, so zogen wir uns nach dem opulenten Frühstück in die
Gaststube zum Kartenspiel zurück, denn, wenn auch überdacht, auf der
großzügigen Terrasse war es uns zu feucht. Doch gegen Mittag ließ
der Regen nach und hinaus ging es zur Wanderung auf den längsten
Waalweg Südtirols, dem Marlinger Waalweg und Höhenweg; zur
Besichtigung von Schloss Tirol und der riesigen Keramikausstellung in
Töll oder zur Wanderung von Vellau über Schloss Tirol nach Meran.
Jedem nach seinem Geschmack.
Allzu schnell verging
auch diese Woche. Was wir bestimmt vermissen werden: Den süßen,
heimlichen Nachtisch am Abend direkt von Kirschbaum hinter dem Haus.
Hier noch ein kleiner
Bilderbogen unserer Tourenwoche:
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Die Hinteralm im
Pfossental |
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Am Marlinger
Waal |
Bericht: Fritz Graml
Fotos: Josef Heften