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Tourenbericht
der Bergradltour zur Rotwand
vom
13./14.07.2002
Nach
kurzen Zweifeln ob das Wochenendwetter radltauglich ist, die letzten
Meldungen sagen für Samstag und auch für den Sonntag Gewitter
voraus, brechen wir trotzdem auf . Geplant war eigentlich die diesjährige
Bergradltour in den Ammergauer-Alpen mit Übernachtung im August-Schuster-Haus,
doch nachdem hier kein Platz mehr auf der Hütte war, verlegten
ich die Tour kurzerhand in die Berge um Bayrischzell und Spitzingsee.
Startpunkt
unserer Tour war am Waldparkplatz hinterm Gasthof Tatzlwurm an der
Sudelfeldstraße, oberhalb von Oberaudorf. Mit sechs Teilnehmern
starteten wir um kurz nach acht Uhr. Nach wenigen hundert Metern
wurden wir schon naß, nicht vom Regen sondern die steil ansteigende
Schotterpiste ließ die Schweisperlen heraustreten. Nach weiterer
kurzer Auffahrt auf der Asphaltstraße Richtung Rosengasse
und Grafenherberg führt uns ein Wiesenpfad hinüber zum
ersten Passübergang am Berghotel Sudelfeld auf 1098 m.
Der
erste Anstieg war geschafft und sogleich gings auf steiler Schotterstraße
entlang der Skiabfahrt hinunter nach Bayrischzell, am Ort vorbei
und hinein ins enge Ursprungtal. Der schöne Radlweg im Ursprungtal
steigt nur leicht in Richtung Süden an und so erreichen wir
das Gasthaus Zipflwirt wo unser Weg nach Westen ins Kloo-Ascher-Tal
abzweigt. Immer mehr ansteigend gehts vorbei an der Kloo-Ascher-Diensthütte
und durch den engen Felsenschlund des Elendgrabens. Einige steile
Serpentinen, eine Bachquerung, die Wiesen um die Elendalm und ein
letzter steilerer Aufschwung führen hinauf zum Elendsattel
auf 1143m.
Der
Himmel sieht jetzt kurz nach 11 Uhr doch nicht mehr ganz so freundlich
aus und so fahren wir auf besten Forstwegen hinab in Valepper-Tal.
Noch bevor wir richtig naß werden sind wir schon unter den
Schirmen im Biergarten des geschichtsträchtigen Gasthauses
Valepp. Eigentlich wollten wir hier Mittagessen, doch die Stimmung
des Personals ist nicht gerade als freundlich zu bezeichnen. Wahrscheinlich
kommt die schlechte Laune daher, daß witterungsbedingt die
Münchner Wochenendausflügler nicht in erwarteter Dichte
auftreten. Ein Weißbier gönnen wir uns trotzdem und nachdem
die Regentropfen wieder weniger werden brechen wir wieder auf.
Durch
das Tal der Roten Valepp gehts nun in gemächlicher Fahrt hinauf
zum Spitzingsee. In der alterwürdigen Wurzhütte, hier
soll der Schnapps erfunden worden sein, machen wir dann den wohlverdienten
Einkehrschwung.
Nach
dem Mittagessen steht der nächste und letzte Anstieg auf dem
Programm. Im ersten Teilstück zieht ein Asphaltweg entlang
des Schwarzenkopf mit mäßiger Steigung höher, gerade
recht um nach der Mittagsrast wieder warm zu werden. Nach einigen
Kilometern zweigt die zum Rotwandhaus führende Schotterpiste
ab. In kräftezehrender, abschnittsweise sehr steiler Fahrt
geht es vorbei an der idyllischen Wildfeldalm bis zu unserem Unterkunfshaus
unweit des Rotwand-Gipfels.
Während
uns entlang der Auffahrt noch so mancher Blick auf die umliegenden
Berge und Täler vergönnt war , ist kurz unterhalb des
Rotwandhauses der Nebel so dicht, das wir die Hütte wirklich
erst hundert Meter vorher erkennen.
Und
auf einmal ist unsere Gruppe größer. Die Klara, der Heini
und der im Radlanhänger heraufchaffierte Vitus sind bereits
am Vormittag vom Spitzingsee heraufgeradelt, alle Achtung bei diesen
Steigungen. Jetzt zu neunt quartieren wir uns in ein eigenes Lager
ein und nach einem kalten Bier in der warmen Wirtsstube fängt
drausen ein Gewitterregen an, doch was solls wir sitzen ja im Trockenen.
Für Franz und Renate, die auch noch nachkommen wollten, bedeutet
dieser Regen jedoch das sie die Auffahrt leider nicht mehr in Angriff
nehmen.
Sau
teuer ist hier alles auf der Hütte doch trinken wir doch noch
nach dem Abendessen das ein oder andere Bier, spielen Karten und
haben eine zünftige Hüttengaudi. Doch noch vor der Hüttenruhe
um 22 Uhr zieht es die Letzen ins Lager, es war ja doch ein ausgefüllter
Tag.
Irgendwann
in der Nacht hat es dann doch noch aufgehört zu Regnen und
der Morgen begrüßt uns freundlicher als erwartet. Die
Sicht ist relativ frei und so nehmen wir nach dem Frühstück,
den zehn minütigen Gipfelsturm in Angriff. Nur wenige Höhenmeter
sinds von der Hütte zum 1884 m hohen Rotwand-Gipfel. Zurück
am Rotwandhaus packen wir die letzten Sachen und machen uns auf
den Weiterweg. Die Mühlbacher's fahren auf der Auffahrtroute
wieder hinab zum Spizingsee und unser Weg führt nach Osten.
Eine
etwa 20 Minuten dauernde Tragepassage führt uns über einen
schönen Steig durch blumige Wiesen hinab zur Großtiefenthalalm,
vorbei an den steil aufragenden Kletterwänden der Ruchenköpfe.
Ab den Almen könne wir wieder die Radl besteigen und nach kurzer
Abfahrt stehen wir am wunderschön gelegenen Soinsee. Leider
ziehen wieder schwere Wolken auf und so beschließen wir unsere
Tour nicht wie vorgesehen über die Soinalm und dann weiter
über den Brünnstein fortzusetzen, sonder stürzen
uns in den Downhill hinab nach Osterhofen.
Entlang
der Leizach führt uns ein Radlweg zurück nach Bayrischzell
und über die Passtraße des Sudelfelds fahren wir hinab
zum Waldparkplatz wo unsere Autos stehen. Leider war uns an diesem
Tag keine größere Tour mehr vergönnt, doch kommen
wir trockenen Fußes heim und schön wars trotzdem.
insg.
9 Teilnehmer: Albert Staller, Lisa Braxenthaler, Annelise Eisl,
Irmi Leitenbacher, Klara Stief, Heini und Vitus Mühlbacher,
Ingrid und Martin Staller.
Text und Photos: Martin Staller 
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