Warum muß jedes
Wochenende eine Bergtour mit einer Autofahrt beginnen? Es geht auch
mit dem Fahrrad! Besonders dann, wenn es eigentlich eine einfache
Bergwanderung ist.
So war es zunächst laut
AV-Programm am 9./10.7.2005 geplant. Doch der Wetterbericht sagte für
Sonntag lang anhaltenden Regen und schwere Gewitter voraus. Nach einem
Bilderbuchsamstag hatte ich wegen der Absage schon ein schlechtes
Gewissen, doch zum Glück schüttete es am nächsten Tag in Strömen.
Sonst wäre ich wohl von den 10 angemeldeten Teilnehmern gelyncht
worden!

erste Rast Nähe Frasdorf |

oberhalb der Frasdorfer Hütte |

schade, daß wir weiterfahren mußten |

Beginn des Trockenbachtals |

steiler Weg zur Unterwiesenalm |

am Gipfel des Pendlings |
Zwei Wochen später
starteten wir zu viert unsere Rad-Bergtour. Treffpunkt war Grabenstätt.
Von dort ging es den Chiemseeuferweg entlang nach Bernau und weiter
auf schmalen Nebenstraßen über Umrathshausen nach Frasdorf. Hier
begann ein mächtig steiler Anstieg an der Frasdorfer Hütte vorbei
bis kurz unter die Riesenhütte. Beinahe wären wir bei einer Einkehr
in der Oberwiesenalm hängen geblieben. Nochmals ein herzliches
Dankeschön an die netten jungen Leute, die uns zum Weißbier
eingeladen haben! Weiter gings das wilde Trockenbachtal bergab bis
nach Erl, dann am Inn entlang über Kiefersfelden – Gasthof Wachtl
– Thiersee bis zur Auffahrt Richtung Schneeberg. Doch beim Pfarrwirt
waren die letzten Reserven erschöpft. Ohne dieser Einkehr hätte wohl
niemand den letzten Anstieg zum Kufsteiner Haus auf dem Pendling
geschafft. Es braucht sich niemand etwas dabei denken, wenn er sein
Rad auf dieser steilen Forststraße einmal kurz schieben muß.

Am Walchsee |

Nähe Peternhof zw. Kössen und Reit im Winkl |
Bestens versorgt übernachteten
wir in dem urigen Gasthaus mit dem für seinen auf das nächtliche
Kufstein bekannten Tiefblick. Auch wenn’s der Wirt mit der Hüttenruhe
nicht so genau nahm, frühstückten wir schon beizeiten und begannen
unsere Rückfahrt mit einer über 10 Kilometer langen Abfahrt nach
Kufstein. Eigentlich hätte es nur noch abwärts gehen sollen, aber
die Anstiege zuerst zum Walchsee, dann über den Peternhof nach Reit
im Winkl und zum Schluß noch das Wappbachtal hinauf nach Röthelmoos
zogen sich ganz schön. Aber bei der Einkehr bei Scarlet waren alle Höhenmeter
vergessen und bereits zum Kaffee waren wir zuhause in Waging bzw.
Teisendorf.
Das Wetter hätte nicht
besser sein können: trocken, angenehme Temperatur, kein Wind. Was
will man zum Radfahren mehr? Zum Schluß waren es aber doch noch über
200 Kilometer und etwa 2600 Höhenmeter, die wir in 2 Tagen bewältigten.
Und dies alles überwiegend auf Rad- und Forstwegen und kleinen
Nebenstraßen. Eine MTB-Tour, zur Nachahmung empfohlen! Noch ein
Hinweis: die Verbotsschilder an der Straße zum Kufsteiner Haus wurden
laut Hüttenwirt aus haftungsrechtlichen Gründen aufgestellt. Niemand
kümmert sich darum.
A. Herzig