Noch
gab es sehr viel Schnee.
Tourenwoche
vom 26.Juni bis 03.Juli 2004
Nicht nur augenscheinlich konnten wir dies schon bei der
Anreise nach Schruns im Montafon feststellen, schon am ersten Tag
mussten wir den recht flachen Laschätzer Höhenweg von der Golmer
Bergstation (ca. 2000m) zur Lindauer Hütte (1744m) nehmen, denn der
Steig vom Kreuzjoch (2261m) zur Geißspitze (2334m) war gesperrt. Noch
dazu erschreckte uns 28 Wanderer, dass in der Vorwoche eine erfahrene
Einheimische im Schneefeld tödlich abgestützt war. Doch das
herrliche Wetter und das markante Profil der Drei Türme (2755m)
entschädigte uns reichlich.
Der darauf folgenden Tag, den Montag, verlief auch nicht
nach Plan: Nachts waren schwere Gewitter und einer der zahlreichen
Blitze hatte in die Bergstation der Hochjochbahn eingeschlagen, so
dass diese plötzlich nicht mehr zum Fahren kam.
Glücklicherweise konnte unsere Gondel schon in der Talstation
nicht mehr starten.
So konnten wir unbeschadet wieder aussteigen. Während die
einen die Dinge abwarteten, starteten die anderen bergwärts. An der
Mittelstation konten sie in die wieder intakte Seilbahn einsteigen. An
der Bergstation trafen wir uns wieder und weiter ging es mit Unterstützung
durch die Sesselbahn zur Wormser Hütte (2037m) und auf das nahe
Kreuzjoch (2395m). Zur Kapellalpe zurück kamen wir dann in drei
Gruppen über Schwarzsee und den Skitunnel, über den Sennigrat und
per Sesselbahn.
Im Landgasthof Auhof waren wir gut untergebracht und köstlich
bewirtet. Gut ausgeruht und gestärkt starteten im überfüllten
Postbus in Schruns nach Gargellen.
Heute hatten wir zwei einheimische Bergführer Angelika und
Hermann. Sie führten uns vom Schafberg (2130m) über weite
Schneefelder zum St. Antönier Joch (2379m) und zurück über weite,
blumenreiche Almen, das Vieh war wegen der kalten Nächte noch nicht
aufgetrieben, hinab zum Ort (1423m). Wieder wurde wegen Überfüllung
ein Zusatzbus benötigt.
Heute Mittwoch wollen wir uns einen Wunschtraum erfüllen und die
Tschagunser Mittagsspitze (2163m) angehen. Schon vom ersten Tag an
stach uns der markante Fels in die Augen. Heute passte auch das Wetter
und mit Unter-stützung der Grabser Sesselbahn waren 18 von uns in
drei Stunden, schließlich nach einer leichten, ausgesetzten Kletterei
auf der Spitze und sonnten sich. Während die anderen mit dem Auto zur
Bieler Höhe ( 2071m) fuhren und der Wiesbadener Hütte (2443m) einen
Besuch abstatteten. Föhnig war es heute.
|

So war es ganz logisch, dass anderntags über uns eine
geschlossene Wolkendecke dräute, während wir von
Gallenkirch-Garfrescha (1485m) über den Gantekopf (1530m) Straba Nova
(2010m) zustrebten. Sieben gingen weiter auf die Versettla (2372m).
Dort erwischte sie der Regen. Auch unten im Tal, in Gaschurn kam es
nass von oben.
Die ganze Nacht hielt das unbeständige Wetter an. Am
letzten Tag wagte fast die ganze Mannschaft daher nur eine Höhenwanderung
von der Tafamunt-Bergstation (1530m) Richtung Neue Heilbronnerhütte,
vorbei am romantischen Moorsee, den Wiegensee. Leider war er nur lückenhaft
zu sehen, denn dichter Nebel umhüllte uns. Weiter oben auf der
Verbella-Alpe (1938m) konnten wir wieder mehr sehen: rücksichtslos
durch „Almautobahnen“ zerschnittene Weiden. Nun begann es auch
wieder ernsthaft zu regnen, das beschleunigte den Abstieg und
vergoldete die Einkehr.
Die zwei Damen, die auf den Bartholomäberg gingen, sie
hatten bessere Karten bei Petrus.
Trotzdem, alle 28 Teilnehmer kehrten hochzufrieden wieder
heim mit der Erwartung, dass es nächstes Jahr auch wieder so eine
Woche von der Sektion angeboten wird.
Fritz Graml 