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Osterskitouren
in der Riesenfernergruppe vom 29.03.-01.04.02 vom DAV Teisendorf
Endlich
Osterwochenende!
Wir sitzen in Rein in Taufers bei einer Tasse Cappuccino. Die Sonne
strahlt schon mit ganzer Kraft auf die Terrasse und der Wetterbericht
verspricht ein traumhaftes Osterwochenende.
Bereits eine Woche zuvor hat es noch einmal kräftig geschneit
und die Lawinenstufe hat sich in der Zwischenzeit wieder auf den
niedrigsten Stand eingepändelt.
Wir 23 Skitourengeher können es kaum noch erwarten und leeren
unseren Cappo. Die Kasseler Hütte (2276m) thront fast majestätisch
unterhalb des Tristennöckels ins Tal.
Zur Geschichte der Kasseler Hütte, erbaut von der Sektion Kassel.
Die Einweihung fand am 24.Juli 1895 statt, als sie noch nicht "Kasseler
Hütte", sondern "Rieser-Ferner-Hütte" hieß.
Sie wurde von Krieg, Raub und Verwahrlosung nicht verschont und
wurde sodann als italienische Finanz- und Carabinierikaserne, verwendet.
Der neue Name "Rifugio Venrette Giganti", ist heute noch
allen zu lang . Für die Deutschen ist es immer noch die "Kasseler
Hütte", für die Italiener "il Rifugio Roma",....
Nur die Berge sind gleich geblieben.
Wir steigen in unsere Skibindung und voller Tatendrang geht es los.
Von der Jausenstation Säge wird in das Bachertal hineingegangen,
bis es rechts in die steile Rinne geht. Mit äußerster
Konzentration stemmen wir uns in der fast vereisten Rinne Meter
für Meter hoch. Eis, Stein und Bäume lassen uns nur mühsam
vorankommen, ja einigen sogar wird es zu wider und schnallen die
Ski ab und probieren es zu Fuß.
Endlich! Die Rampe ist überwunden und nun geht es südwärts
hinauf, bis der Wald lichter und das Gelände flacher wird.
Zuletzt sind es noch einige steile Kehren zur Hütte.
Auf der gegenüberliegenden Talseite tut sich ein grandioser
Blick auf: Durreck Gruppe mit Moosstock, Durreck und Hirbernock
und im Tal liegt Rein.
Nach
kurzer Zeit sind die Quartiere bezogen und der Durst und Hunger
gestillt. Die leuchtend weissen Hänge verlocken gerade zu um
noch am Nachmittag die eine oder andere Tour zu machen. Doch mit
23 Skibersteigern entschließen wir uns schnell, die Gruppe
zu teilen und verschiedene Ziele anzusteuern.
Der größte Teil der Gruppe erkundet noch die Gegend rund
um den Hausberg des Tristennöckl (2565m) und genießt
bei herrlichem Panorama noch die Nachmittagssonne auf 2600m. Für
mich ist es auch ein gutes Gefühl, da wir bereits am ersten
Tag über 1000Hm aufgestiegen und die Gruppe sich in ausgezeichneter
Laune befindet.
Nach einem ausgiebigen Sonnenbad geht's in besten Schneeverhältnissen
die Hänge hinunter, zurück zu unserem Quartier. Zwei weitere
Gruppen unseres AV`s steigen noch von der Hütte auf den Schneebigen
Nock und den Magerstein.
Wie es sich für den Karfreitag gehört wird uns an diesem
Abend eine Forelle serviert.
Heute, Ostersamstag haben wir alle gleich als Ziel den Paradeskigipfel
den Schneebigen Nock (3358m) auf dem Programm.
Von der Hütte queren wir zuerst unter dem Tristennöckl
vorbei, Richtung Südwesten zum Tristenbach ehe wir die Schlucht
erreichen. Nun beginnt der eigentliche Aufstieg. Es folgen zwei
etwas steilere Anstiege mit jeweils zwei kurzen Flachstücken
hinauf bis zum Schneebigen Nock Ferner.Weiter geht es nach links
zum Nordostgrat. Über diesem, wiederum ziemlich steil spuren
wir bis kurz unterhalb des felsigen Gipfels. Weiter steigen wir
in einem Linksbogen und von Nordwesten in eine Einsattelung zwischen
den Vorgipfel und dem Hauptgipfel auf. Hier ist es mit den Skiern
zu Ende. Einige von uns gehen noch über einen ziemlich ausgesetzten
Grat zum Gipfel. Der Rest ist bereits beschäftigt am Skidepot
(ca. 40m unterhalb des Gipfels) den Sekt, Gipelschnaps und all die
Getränke die man braucht bereitzustellen.
Endlich
ist es soweit, wir stehen auf den Skiern und schwingen, ja fast
jeder in einer eigenen Spur, wieder die 1130 Hm Traumhafte Abfahrt
der Hütte entgegen.
Auch heute werden wieder einig Gläschen Wein getrunken, UNO,
Präsident und Arsch gespielt........
Wir
sind am Tristennöckl vorbei und marschieren Richtung Südosten
zum Östlichen Rieserferner. Über ihn erreichen wir recht
komfortabel die Schart zwischen Wildgall und Hochflachkofel. Über
den kurzen und nicht steilen Nordostgrat erreicht die Gruppe mit
den Skiern den Gipfel. Diesmal kommen alle 23 AV-ler aus Teisendorf,
Tittmoning und Traunstein gemeinsam auf den Hochflachkofel (3097m).
Es ist Windstill und außer uns ist, trotz des schönen
Gipfels, kein Mensch zu sehen. Wir genießen den schönen
Rundblick. Östlich sehen wir den Stallersattel mit dem Arntholzer
Tal, die Sextner Dolomiten, Kronplatz usw....
Die Abfahrt gestaltet sich als unschwierig, bei bester Sicht und
traumhaften Schneeverhältnissen. Bei der Abfahrt steigen wir
noch einmal zwischen Hochgall und Wildgall auf die Schwarze Scharte
auf.
Ein Hang wie im Bilderbuch. Relativ steil, Pulver und fast unverspurt.
Wir stehen an der Schart und beginnen den Hang Spur an Spur einzufahren.
Wir schweben bei diesem Schnee den Hang hinunter. Unten angekommen
ist uns klar, daß wir abermals aufsteigen und diesen Genuß
erneut erfahren wollen....
Vroni und Tina haben für einen anderen Genuß bereits
gesorgt. Wir sitzen wieder auf der Terrasse und bei Kaffee und den
mitgebrachten Käse- und Nusskuchen lassen wir diesen wunderschönen
Tag ausklingen.
Es ist bereits der letzte Tag unserer viertägigen Unternehmung.
Das Wetter ist wie am ersten Tag grandios. Der Magerstein ist unser
heutiges Ziel. (3273m).Wie Tags zuvor steigen wir, vorbei am Tristennöckl,
auf und über die markante östliche Rampe marschieren wir
über den westlichen Rieserferner bis kurz vor den Gipfel. Der
Gipfelaufbau wird knapp nördlich umgangen, von Westen her über
den Grataufschwung erreichen wir schließlich den Gipfel. Auch
hier können wir eine Menge der ringsumliegenden Spitzen sehen,
wie die Dreiherrenspitz, Ortlergruppe, Dolomiten, alles scheint
greifbar nah.
Wieder steht eine ausgesprochene schöne Abfahrt vor uns. Ein
Hang ist schöner als der andere und jeder findet noch genügend
Raum um auch seine eigene Spur zu hinterlassen. An diesem letzten
Tag sind auch noch andere Ziele begangen worden.
Martin und Franz ziehen zwei einsame Spuren im Pulverschnee vom
Grauen Nockl, Josef und Nici steigen eine steile Rinne Richtung
Wildgall. Simon, Martin K. und Josef steigen abermals auf die Schwarze
Scharte und fahren bei traumhaften Verhältnissen Richtung Antholzer
See. Doch jetzt ist es an der Zeit (14.30 Uhr) die Abfahrt und somit
die Heimreise anzutreten. Gemeinsam fahren wir von der Hütte
bis zu unseren PKW´s ab.
Nach einer letzten Tasse Cappuccino treten wir unsere Heimreise
an. Auch der so berüchtigte Osterverkehr bleibt aus und es
geht wieder ohne Stau zurück nach Hause.
Ich kann nur für mich sprechen, aber das Wetter, der Schnee,
aber auch das Gebiet wird noch lange in Erinnerung bleiben. Bis
zur nächsten Ostertour................
Teilnehmer: Michi Niedermüller, Irmi Leitenbacher, Martin und
Inge Staller, Martin Koch, Simon Krammer, Josef Schillinger, Elisabeth
Waldhutter, Schorsch Eckart, Tobias Häusl, Veronika Erler,
Hans Gschirr, Nici Schnetzer, Franz Rehrl, Gitti Gschirr, Bernhard
Lenz, Irmi Gfaller, Maria Schillinger, Hans Hausschmied, Sepp Spiegelsperger,
Tina Levin, Lisa Braxenthaler, Albert Staller
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