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Tourenbericht zur
Mountainbiketour vom Inntal ins Pustertal
Sa. – Di., 22.-25.8.2009
Eine anspruchsvolle Mountainbiketour
vom Inntal ins Pustertal stand vom 22.- 25. August 2009 auf dem
Programm. Auf dem Weg lagen einige Mountainbikeklassiker, aber auch ein
paar unbekanntere Übergänge, die es durchaus in sich hatten.
Erster Tag (72km, Anstieg ca.
2350hm, Abfahrt ca. 1000hm):
Zuerst ging es für die 9 Teilnehmer mit dem Zug von Teisendorf,
bzw. Traunstein über Rosenheim bis nach Kufstein (499m). Graue Wolken
hingen tief über dem Inntal, als wir uns auf die Sättel schwangen,
aber das Wetter meinte es gut mit uns und ein kräftiger Rückenwind
blies uns entlang des Inntal-Radwegs bis nach Rattenberg, dessen
malerische Fußgängerzone immer einen Besuch wert ist, für uns nach
gut einer Stunde Fahrt aber nur Durchgangsstation sein sollte. Von
Brixlegg, nur ein paar Kilometer weiter ging es nun bergauf ins
Alpbachtal. Unser erstes Ziel sollte der Kerschbaumsattel (1111m) sein.
Es folgte die erste rasante Abfahrt bis nach Fügen (545m) im Zillertal,
wo wir uns bei einer gemütlichen Einkehr für den nächsten Anstieg stärkten.
Eigentlich hatte der Wetterbericht für den Nachmittag bereits
Wetterbesserung vorhergesagt, die sich aber leider so nicht einstellte.
Einen ersten kräftigen Gewitterschauer warteten wir noch unter der
Markise der Gastwirtschaft ab, dem wenig später einsetzenden Dauerregen
konnten wir uns aber nicht entziehen und so wurde die Auffahrt nach
Hochfügen über den Forstweg entlang des Finsingbachs eine feuchte
Angelegenheit. Richtig unangenehm wurde es aber erst nach Hochfügen
ohne schützenden Wald. Über die Pfundsalm, bis zu einer Jagdhütte auf
ca. 1900m führt ein guter Schotterweg. Anschließend beginnt die
Schiebestrecke bis zum Sidanjoch (2127m). So erreichten wir ziemlich
durchnässt die schützende Rastkogelhütte (2117m), das heutige
Tagesziel. An der Stelle ein großes Lob der Hüttenwirtin, die uns nach
dem Abendessen aufforderte unsere nassen Sachen am Küchenherd aufzuhängen.
So waren diese am nächsten Morgen nicht ganz aber wenigstens einigermaßen
trocken.
Zweiter Tag (77km, Anstieg
3050hm, Abfahrt 3200hm):
Am zweiten Tag sollte sich nun die Wetterprognose erfüllen, die
für die nächsten Tage immer schöneres Sommerwetter vorhergesagt
hatte. So durften wir am Morgen im Sonnenschein zu unserer ersten
Abfahrt über die Sidanalm hinunter bis zur Zillertaler Höhenstraße
starten. Von dort ging es dann wieder hinauf Richtung Penken und vor
allem der letzte Anstieg über die Skipiste bis zum Penkenjoch (2050m)
zwang dann auch noch die stärksten Kämpfer vom Rad. Noch einige kurze
steile Anstiege waren zu meistern bevor wir an der Wanglalm (2128m)
unser erstes Zwischenziel erreichten. Direkt gegenüber grüßten uns
nun schon die Gletscher der Tuxer Alpen und unser nächstes Ziel, das
Tuxer Joch. In weiten Kehren geht es auf der Schotterstraße hinunter
nach Vorderlanersbach, und weiter Richtung Hintertux, wo der Anstieg zum
Tuxer Joch über die Bichlalm beginnt. Am Schleierfall teilte sich die
Gruppe. Während einige weiter der Schotterstraße zur Mittelstation der
Gletscherbahn und von dort hinauf zum Tuxer Joch folgten, nahm der Rest
die kurze Schiebepassage über den Schleierfall ins Weitental in
Angriff. Gleich nach dem Wasserfall beginnt wieder ein fahrbarer
Singletrail, der bald in eine Schotterstraße mündet. Annähernd
gleichzeitig erreichten wir das Tuxer-Joch-Haus (2316m) wo wir es uns
auf der Terrasse gemütlich machten und uns mit toller Aussicht, Sonne
und gutem Essen belohnten. Nach dem Tuxer Joch (2338m) erwartete uns die
erste rassige Abfahrt. Der eine mehr fahrend, der andere mehr schiebend
erreichten wir den Kaserer Winkel im hinteren Schmirntal. Einige Stürze
enden glimpflich und so genießen wir die Abfahrt durch das wunderschöne
Tal bis hinunter nach St. Jodok (1129m). Hinauf zum Brenner entscheiden
wir uns für eine Variante über das kleine Bergdorf Padaun (1570m), das
wir bequem über die Asphaltstraße erreichen. Von dort hinunter zum
Brennersee führt ein steiler, kehrenreicher Singletrail. Der kurz vor
dem Brennersee in die Brennerbundesstraße mündet. Wir bringen den
Brenner (1370m) schnell hinter uns, denn es erwartet uns noch der letzte
Anstieg hinauf zur Enzianhütte (1894m). Als Auffahrt nutzen wir nicht
die Straße von Brennerbad, sondern nehmen den Forstweg zur Luegeralm
und den Ziroger Höhenweg. Die Sonne steht schon tief über den gegenüberliegenden
Bergen als wir die erste Runde Bier auf der Terrasse genießen, das nach
einem ausgefüllten Tag besonders gut schmeckt.

Enzianhütte |

Rastkogelhütte |

Schleierfall |

Tuxer-Joch-Haus |

Wiesenweg Padaun |
Dritter Tag (36km, Anstieg
2350hm, Abfahrt 1800hm):
Unter wolkenlosem Himmel beginnen wir den Anstieg hinauf zum
Schlüsseljoch (2212m), wo uns die Sonne begrüßt und wir bereits hinüber
zum Pfundererjoch sehen, einem der bekanntesten Transalp-Übergänge.
Bis hinunter nach Fussendrass (1384m) im Pfitschertal erwartet uns aber
zuerst eine rasante Abfahrt, bevor der lange steile Anstieg zur Großbergalm
und weiter zum Pfundererjoch (2568m) beginnt. Nur wenige schwingen sich
auf den letzten Metern hinauf zum Joch noch mal in den Sattel bevor wir
uns neben dem Schneefeld zu einer gemütlichen Rast niederlassen. Vor
uns liegt ein traumhafter Singletrail hinunter zur Weitenbergalm (1958m)
der es auf dem letzten Steilstück noch mal in sich hat. Auf der
Weitenbergalm stärken wir uns mit Hirtenmakaroni und Käsknödeln, denn
nach der Abfahrt nach Dun (1480m) erwartet uns noch ein schwerer Anstieg
hinauf zum Eisbruggjoch (2584m). Wir nehmen den Weg über die Eisbrugge
und die Eisbruggalm, auf dem zwar erstmal mehr zu schieben und tragen
ist, man spart sich im oberen Teil allerdings den Weg durch die großen
Blöcke am Eisbruggsee, die man überwinden muss wenn man den Anstieg über
die Valsalm und die Valsscharte nimmt. Der Weg hat noch einen Vorteil, nämlich
die Einkehrmöglichkeit in der Eisbruggalm (2154m), die man unbedingt
wahrnehmen sollte. Einige nutzen dann noch den Eisbruggsee für eine
kurze Erfrischung, bevor wir unser Tagesziel, die gemütliche Edelrauthütte
(2545m) am Eisbruggjoch erreichen.

Auffahrt Pfundererjoch |

Eisbruggalm |

Eisbrugg |

Pfunderer Abfahrt |

Pfunderer Abfahrt |

Pfunderer Joch |

Schlüsseljoch |

Weitenbergalm |
Vierter Tag (82km, Anstieg 2400m,
Abfahrt 3800m):
Die Sonne erscheint direkt über dem Nevesjoch (2407m) und
markiert damit unser erstes Tagesziel. Zuerst aber heißt es die Räder
schieben und tragen. Die ersten 400hm auf dem Weg hinunter zum
Nevesstausee (1856m) sind den Trial-Spezialisten vorbehalten, die in
unserer Gruppe aber rar sind. Der weitere Weg ist anfangs mit Vorsicht
zu genießen, hinter scharfkantigen Steinplatten lauern bissige Schlagen
und so müssen wir gleich zwei platte Reifen mit „Snake Bite“
reparieren. Der weitere Weg ist aber ein Singletrail-Spaß vom feinsten.
In steilen Kehren führt der gut ausgebaute Weg hinunter zum glitzernden
Nevesstausee, den wir halb umrunden und in den Anstieg hinauf zum
Nevesjoch starten. Bis zur Oberen Nevesalm führt eine gute Schotterstraße,
der weitere Weg zur Chemnitzer-Hütte (2420m) ist zwar gut ausgebaut
aber nur für unsere Auffahrtsspezialisten zum größten Teil fahrbar,
das gemeine Volk schiebt. Die Einkehr in der Hütte lohnt sich aber, die
Makaroni mit Tomatensoße schmecken hervorragend und der Rest der
Speisenkarte muss sich auch nicht verstecken. Leider erfüllt sich die
Hoffnung auf einen langen Abfahrtsspaß nicht, nach wenigen Metern wird
der Weg wieder zur Schiebestrecke, die erst kurz vor der Gögealm
(2027m) endet. Nun erwartet uns aber eine traumhafte Abfahrt hinunter
nach Weißenbach und weiter nach Luttach (960m) im Ahrntal. Ein Teil der
Gruppe wird die Woche noch bei der nachfolgenden Veranstaltung „Mountainbiken
im Pustertal“ fortsetzen der andere Teil wird die Heimreise über den
Krimmler-Tauern antreten. So nutzen wir die Gelegenheit und fahren
gemeinsam bis nach St. Peter (1360m) im Ahrntal. Dort zweigt nämlich
der Weg über die Ochsenlenke nach Süden vom Ahrntal ab, ein Highlight
für jeden ambitionierten Mountainbiker, das wir uns nicht entgehen
lassen wollen. Zuerst erwartet uns eine lange steile Schotterstraße
hinauf zur Hasentalalm (2129m) bevor der kehrenreiche Wiesenweg bis
hinauf zur Ochsenlenke (2585m) beginnt. Vor uns lieg noch eine lange
Abfahrt zuerst über weite Almwiesen bis zur Knuttenalm (1869m), wo wir
noch ein Bier genießen, bevor es weiter über Rein in Taufers durch das
Reintal nach Sand in Taufers und über das Tauferer Tal bis kurz vor
Bruneck nach Gais geht, wo wir uns für die nächsten Tage im Hotel
Innerhofer einquartiert haben.

Abstieg Eisbruggjoch |

Auffahrt Nevesjoch |

Auffahrt Ochsenlenke |

Edelrautehütte |

Sonnenaufgang Eisbruggjoch |

Gögealm |

Ochsenlenke R. Reintal |

Durstlöscher Ochsenlenke |

Singletrail zum Nevesstausee |
Hinter uns liegen vier erlebnisreiche
Mountainbiketage, 10000hm anstrengende Anstiege und anspruchsvolle
Abfahrten, Übernachtungen auf gemütlichen Hütten mit netten Hüttenwirten
und gutem Essen, eindrucksvollen Landschaften und netten Kameraden und
es bleibt das schöne Gefühl glückliche Tage in den Bergen erlebt zu
haben.
Heinrich Mühlbacher
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