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ausgefüllte Tage am Lago di Levico
(17. – 20.9.2009)
Wetteraussichten:
mehr als bescheiden! Trotzdem machte keiner einen Rückzieher und in der
Hoffung, „a bisserl was geht immer“ fuhren wir mit zwei Autos zu
neunt in südliche Gefilde. Ziel war das Gebiet um den Caldonazzosee im
Valsugana, ein für alle Teilnehmer unbekanntes MTB-Revier auf ca. 400m,
umrahmt von über 2000m hohen Gipfeln zwischen Trento und Bassano del
Grappe.
Entgegen
allen Erwartungen und Wettervorhersagen empfing uns aufgelockerte Bewölkung
bei der Ankunft in unserem Hotel du Lac direkt am Lago die Levico.
Schnell wurden die Zimmer bezogen und das Tourenziel dem Wetter
angepasst. Denn wer weiß, ob wir dieses Paradeziel, den vor unseren
Zimmerfenstern stehenden Cima Vezzena oder Pizzo di Levico (1908m), die
nächsten Tage noch einmal zu Gesicht bekommen. Zunächst schraubten wir
uns auf einer asphaltierten Kriegsstraße, dem sogenannten Kaiserjägerweg,
etwa 800 Höhenmeter bis zur Hochebenen von Lavarone hinauf. Der
anschließende Weiterweg zum Gipfel vollzog sich durchgehend auf mäßig
steilen Kriegsstraßen, die letzte halbe Stunde aber sehr grobschottrig
und anstrengend. Diese Straßen, angelegt 1915 - 1917 im Alpenkrieg an
der Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien, sind in einer
Steigung angelegt worden, um mit Pferdegespanne Kanonen auf die Berge zu
schaffen. 100 Jahre später natürlich eine Einladung für MTB-Fahrer.
Der Gipfel entpuppte sich als gesprengter Betonklotz, ein Überbleibsel
des 1. Weltkriegs, die Sicht entsprechend umfassend, besonders auf das
Valsugana mit den beiden Seen. Die anschließende Abfahrt wurde nur von
einem kleinen Gegenanstieg unterbrochen. Die Genießer fuhren auf überwiegend
kleinen, asphaltierten Nebenstraßen zum Hotel zurück, während die
Cracks einem Singletrail folgten und in diesem Bereich voll auf ihre
Kosten kamen. Trotz 60 km und 1700 Hm, als Nachmittagstour doch
beachtlich, ist es beinahe Mitternacht geworden. Der Ratsch auf der
Hotelterrasse fand, wie auch an den weiteren Abenden, nach einem feinen
Abendessen kein Ende.
Für
Wiederholer Track und genaue Beschreibung 1. Tag: siehe gps-tour.info

Start zur ersten Tour |

Auf dem Kaiserjägerweg |

Sicht zum Caldonazzo- und Levicosee |

Herbstzeitlose |

Kurz unter der C. Vezzana |

Abfahrt vom Piz Levico |

Fort Busa Verle |

Auf der alten Straße |

Singletrail über Levico Terme |
Die
Tourenplanung für nächsten Tag sah die Auffahrt auf den Monte
Panarotta (2002m) vor, der sich genau im Norden über Levico Terme
befindet. Über Pergine ging’s ins Val dei Mocheni (früher Fersental
genannt) bis etwa 1700 m hinein. Dann führte eine Forststraße, an
verschiedenen neuen Einkehrmöglichkeiten vorbei und zum Schluss ab der
Alm Stoana (so heißt sie wirklich) über ein 2 km langes, schmales aber
fahrbares Wegerl in eine Scharte neben dem Gipfel. Das alles in
vollkommener Einsamkeit, kein anderer Tourist weit und breit. Bei der
Abfahrt über gut 1400 Höhenmeter direkt nach Levico hinunter rauchten
die Bremsen. Die eine Hälfte der Gruppe nahm den neuen, feinen
Wellnessbereich (kleines Hallenbad, Whirlpool, mehrere Saunen) unseres
Hotels in Anspruch, während die anderen unserer Tour verschiedene
Varianten anhängten und auf satte 2200 Höhenmeter kamen.
Für
Wiederholer Track und genaue Beschreibung 2.. Tag: siehe gps-tour.info

Tragestrecke im Fersental |

Über dem Lac Erdemolo |

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Schützengraben am Panarotta |

Abfahrt vom Panarotta |

Einkehr Nähe Vetriolo Terme |
Das
Wetter war immer noch nicht schlechter, also konnte doch noch am Samstag
die Königsetappe in Angriff genommen werden: Eine Umrahmung des Val d
Assa im Altipiano dei Sette Comune (Bereich der „Sieben Gemeinden“).
Start war diesmal am Passo di Vezzena. In stetem auf und ab erreichten
wir die auf ca. 2000 m gelegene Hochfläche südlich des Monte Ortigara
und staunten über die Reste der Kriegsbefestigungen an der Porta
Portule. Dunkle Wolken mahnten eher zur Abfahrt Richtung Asiago, anstatt
die gesamte Hochfläche zu überqueren. An einem kleinen See konnten wir
bei der mittäglichen Einkehr den einzigen Regenschauer unserer
Unternehmung abwarten. Eine sehr bequeme Auffahrt brachte uns dann bis
an bzw. auf den M. Verena (2015m). Die anschließende Rückfahrt zum
Auto und auf dem Kaiserjägerweg die Abfahrt auf der Autostraße mit den
vielen Kehren und Tunnels war ein einziger Genuss!
Für
Wiederholer Track und genaue Beschreibung 3. Tag: siehe gps-tour.info

Am Passo Portule |

So sah die Kriegsstellung 1915 aus |

Auf der Hochfläche des M. Ortigara |

Kurz vor der Mga. die Galmarara |

Bei der Auffahrt zum M. Verena |

Gipfelfestung auf dem M. Verena |
So,
nun haben wir aber genug von den Bergen. Wir wollen auch den
Caldonazzosee nicht nur von oben, sondern auch aus der Nähe sehen. Dies
war der Wunsch aller Teilnehmer. Kurzerhand wurde die Planung wieder
umgeworfen und eine Doppelrunde um die beiden Seen ausgetüftelt. Zuerst
ging’s um den Lago di Levico und dann aussichtsreich auf dem Bergrücken
von Tenno nach Pergine. Dem schloss sich eine Panoramafahrt hoch über
dem Caldonazzosees an, die direkt an einem traumhaften Badeplatz endete.
Glasklares und angenehm warmes Bergwasser. Auch ohne Badebekleidung eine
Versuchung, der nicht lange standgehalten werden konnte. Den Abschluss
dieser 4 Tage bildete dann die Einkehr zum Pizzaessen direkt am
See.
Für
Wiederholer Track und genaue Beschreibung 4. Tag: siehe gps-tour.info

In Tenna |

Obstgärten zwischen den Seen |

Lago di Caldonazzo mit Marzola |

Unser Badeplatz |

Letzte Einkehr |

Aussicht vom Hotelzimmer |
Acht
lachende, zufriedene Gesichter beim Abschied. Für mich als Tourenleiter
der schönste Lohn. Auch an dieser Stelle nochmals ein dickes Lob an
alle Teilnehmer: Ihr ward Spitze! Es hat sich gelohnt, dass ich 2 Monate
vorher alles mit Walli, meiner Frau, ausgekundschaftet habe. Seht Ihr:
Es muss nicht immer der Gardasee sein.
Bericht: Alois Herzig;
Fotos: Karin und Franz Geierstanger, Heinrich Mühlbacher, Peter Schauer,
Tina Levin
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