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Mountainbike-Tourenwoche
in 2 Teilen im Oberen Vinschgau
2.- 9. August 2008
Eine gelungene Mountainbike-Tourenwoche
verbrachten zusammen 30 Bergradler unserer Sektion in 2 Gruppen vom 2.
bis 5., bzw. vom 5.-9. August 2008 in Prad am Stilfserjoch im Oberen
Vinschgau. Optimales Radlwetter, eine tolle Landschaft und die gute
Stimmung in den beiden Gruppen waren dabei die Zutaten, die die
Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis werden ließen.
Die erste Gruppe startete am Samstag,
dem 2. August um 6:00 Uhr in Siegsdorf. Heftige Regenschauer begleiteten
unsere Fahrt durch das Inntal, doch nach Innsbruck waren dann bereits
die ersten blauen Löcher am Himmel zu sehen. In Nauders, kurz vor dem
Reschenpass lachte dann bereits die Sonne vom Himmel und nach einer
kurzen Kaffeepause starteten wir zu unserer ersten Fahrt an der
Talstation der Bergkastelseilbahn. Auf Forststraßen ging es die 700hm
hinauf zur Hochfläche von Plamort, die wir auf einem schönen
Singletrail, gewürzt mit kleinen Brücken überquerten, bevor sich uns
die Panzersperren in den Weg stellen. Ein gar nicht so leicht zu überwindendes
Hindernis, wie sich herausstellte. Gleich anschließend öffnete sich
uns ein überwältigender Blick über den Reschensee zum Ortler. „Für
die ersten zwei Stunden fast schon zu kitschig!“ meinte da ein
Teilnehmer. Einen schöneren Willkommensgruß hätte uns der Vinschgau
nicht senden könnten! Nach einer genüsslichen Pause ging es zuerst auf
einer Schotterstraße bergab bis nach Graun am Reschensee, weiter auf
dem Radweg bis zur Staumauer und nach St. Valentin. Dort nahmen wir die
östliche Variante des Radwegs über Ulten hinunter nach Mals und Glurns
und weiter über Lichtenberg nach Prad, wo wir im Hotel Zentral unser
Quartier bezogen.

Panzersperren auf Plamort |

Plamort, Aussicht über Reschensee auf Ortler |

Vinschgauradweg oberhalb Mals |
Am Nachmittag starteten wir noch zu
einer kleineren Runde nach Tschengls und entlang des Tschenglser Bergs
zurück nach Prad. Nach den nun insgesamt ca. 1500hm und 60km war der
erste Tag gut ausgefüllt.
Am 2. Tag stand gleich eines der
Highlights der Tourenwoche auf dem Programm, nämlich die Tour durch das
Val d’Uina und über den Pass da Costainas. Wir teilten uns in 2
Leistungsgruppen, die eine startete die Tour direkt am Hotel, die andere
genoss die Auffahrt mit den PKWs nach Schlinig. Erstes Etappenziel war
die Sesvennahütte auf bereits 2258m wo sich die beiden Gruppen wieder
vereinten. Der Unterschied im Leistungsniveau hatte sich nun schon etwas
angeglichen. „Zfridn“, wie es auf den T-Shirts der Hüttenwirte
stand und gut gestärkt starteten wir unsere Weiterfahrt, bzw. den
Weitermarsch in Richtung Uinaschlucht. Sehr viel spektakulärer hätte
sich der Weg hinunter ins Engadin nicht gestalten lassen, als mit dem in
eine fast senkrechte Wand gesprengten Weg, der 1910 als Verbindung
zwischen Sent und den Weideflächen der Alp Sursass angelegt wurde. Von
der Uina Dadaint ging es dann in berauschender Abfahrt hinunter nach Sur
En und entlang des Inntalradwegs hinauf nach Scuol. Nun stand uns noch
die Auffahrt nach S-Charl bevor, bevor wir uns bei einer bei einer
ausgiebigen Kaffeepause für den letzten Anstieg auf den 2251m hohen
Pass da Costainas stärken konnten. Nun folgte noch eine traumhafte
Abfahrt über Lü hinunter ins Val Müstair und zurück über St. Maria,
Müstair, Taufers und Glurns nach Prad, wo wir nach einem
eindrucksvollen Tag und mit ca. 1800hm (2600hm) und 80km (100km) in den
Beinen ankamen.

steiler Anstieg zur Sesvennahütte |

willkommene Abkühlung |

Felsweg durch die Uinaschlucht |

an der Uina Dadaint |

traumhafter Singletrail zum Pass da Costaina |

Aussicht auf den Ortler von Lü über dem Münstertal |
Der Montag wurde etwas ruhiger
angegangen. Ziel war der Sonnenberg, also die Südhänge des Obere
Vinschgaus. Zuerst ging es auf den Radweg, mit einigen Duschen aus den
Bewässerungsanlagen hinüber nach Eyrs. Dort begann die steile Auffahrt
auf einem Forstweg hinauf nach Tanas. Die 400hm hatten es durchaus in
sich und so kam die Pause beim Walfahrtskirchlein St. Peter allen sehr
gelegen. Die leichte Abfahrt auf der Sonnenstraße mit Panoramablick auf
die Ortlergruppe war ein Genuss und nach einer Einkehr in der
Jausenstation Ortlerblick setzten wir unsere Tour noch ins Matschertal
fort. Unterhalb der Ortschaft Matsch, vorbei an der Ruine von Schloss
Matsch ging es dann in rasanter Fahrt hinunter nach Tartsch, wo wir noch
einen Abstecher auf den Tartscher Bühel machten. Auf
der Sonnenterasse des Cafes bei den Fischerweihern von Spondinig
ließen wir den Tourentag ausklingen.

auf dem Vinschgauradweg nach Eyrs |

Rast am Sonnenberg bei Tanas |

Auffahrt ins Matschertal |
Am Dienstag stand der Gruppenwechsel
bevor. Natürlich nicht ohne noch eine gemeinsame Radtour zu
unternehmen. Das Ziel war das Stilfserjoch, ein Muss für jeden
ambitionierten Radfahrer. Wir nahmen die 1800hm Auffahrt über den
Umbrailpass in Angriff. Auch hier teilten wir uns in 2 Gruppen. Die eine
startet am wieder am Hotel in Prad, die andere in St. Maria im Münstertal.
Vom Umbrailpass ging es dann die letzten 250hm gemeinsam hinauf zum
Stilfserjoch. Wir hängten noch einen Abstecher auf die
Dreisprachenspitze dran. Dieser historische Ort, an dem sich im Ersten
Weltkrieg 3 Fronten gegenüberstanden ist ein herrlicher Aussichtspunkt
mit einem wunderbaren Panorama von der Berninagruppe bis zum Ortler. Nun
stand uns noch die Abfahrt über die 48 Kehren der Stilfserjochstraße
bevor, die direkt vor unserem Hotel in Prad endete.

Auffahrt zum Umbrailpass |

beide Gruppen vereint am Umbrailpass |

rasante Abfahrt vom Stilfserjoch |
Auch für die 2. Gruppe war die
Uinaschlucht ein Muss und so starteten wir gleich am Mittwoch vom
Reschenpass über Nauders hinunter nach Martina im Engadin. Dort
gelangten wir auf den Inntalradweg nach Sur En, wo die steile Auffahrt
ins Val d’Uina begann. Kurz vor der Uina Dadaint konnte man bereits
den Felsenweg in der Steilwand erkennen durch den wir schiebend und
staunend die Alp Sursass erreichten wo wir am Bach eine ausgiebige Pause
einlegten. Einige wagten sogar ein Bad im klaren aber offensichtlich
kalten Wasser. Die Einkehr auf der Sesvennahütte war obligatorisch und
der anschließende Downhill verging wie im Flug.

Einkehr an der Uina Dadaint |

Singletrail zur Uinaschlucht |

auf dem Felsenweg |
Am nächsten Tag stand ein weiterer
Tourenklassiker des Vinschgaus auf dem Programm. Nämlich die Tour
hinauf zu den Marmorsteinbrüchen des Laaser Marmors. Dieser Stein gilt
als der wetterbeständigste Marmor der Welt und berühmte Figuren, z.B.
die Löwen vor der Feldherrenhallen in München sind aus diesem Material
gefertigt. Den Steinbruch erreichten wir auf bequemen Straßen, hinunter
ging es dann über einen kurzen Singletrail zur Göflaner Alm, wo man
eine Einkehr sehr empfehlen kann. Die verschieden Knödlvariationen sind
ein Gedicht und nach 1300hm Anstieg hat man sich eine ausgiebige
verdient. Die Abfahrt war noch mit einem flüssigen Singletrail hinüber
zum Haslhof gewürzt bevor es auf einem kurvenreichen Forstweg hinunter
ging nach Göflan. Zurück nach Prad ging es dann auf dem Radweg entlang
der Etsch.

Gruppe am Marmorbruch |

Martin und der Marmor |

Einkehr an der Göflaner Alm |
Die Tourenmöglichkeiten scheinen hier
unendlich uns so stand auch am Freitag wieder eine ausgedehnte Tour auf
dem Programm. Unser Ziel war die Furkelhütte oberhalb Trafoi auf 2153m.
Die ersten Kilometer auf der verkehrsreichen Stilfserjochstraße hinauf
nach Gomagoi hatte wir schnell hinter uns gebracht und ab Stilfs war die
Auffahrt ein Genuß. Immer wieder konnte man tolle Tiefblicke hinunter
nach Prad und den Vinschgau genießen und direkt gegenüber grüßte der
Gipfel der Weißkugel aus den Ötztaler Alpen herüber. Der Blick von
der Panoramaterasse der Furkelhütte auf den Ortler lud zu einer
ausgedehnten Pause ein, die einige auch in den Liegestühlen genossen,
sofern man das Prinzip des Aufstellens dieser Dinger verstanden hatte.
Ab der Furkelhütte stand uns ein absolutes Mountainbike-Highlight
bevor. Nämlich ein Teil des bekannten Goldseewegs hinüber zur
Stilfseralm. Der traumhafte Singletrail führt über der Waldgrenze auf
gleicher Höhe am Berg entlang und bietet tolle Ausblicke auf den Ortler
und das Vinschgau. Kurze knackige Anstiege und Abfahrten forderten auch
die Spezialisten heraus und so hatten am Ende alle ein zufriedenes
Grinsen im Gesicht. Auf schönen Forstwegen ging es nun wieder hinunter
nach Stilfs zu Kaffee und Kuchen.

Auffahrt über Stilfs |

knackige Passage am Goldseeweg |

Singletrailvergnügen zwischen Furkelhütte und Stilfseralm |
Die Tage waren wie im Flug vergangen
und schon stand der Samstag bevor. Auf dem Programm stand noch eine
kleiner Talrunde über Schluderns, vorbei an der Churburg auf den
Sonnenberg. Über die Sonnenstraße ging es zum Kirchlein St. Peter und
über Tanas hinunter nach
Laas dessen Dorfplatz weiß erstrahlt vom Marmor, der seinen Namen
diesem Ort verdankt. Zurück ging es ein Stück weit auf einem flowigen
alten Waalweg nach Tschengls der allerdings in einen etwas
„feuchten“ Feldweg mündete. Zum Abschluss ging es noch hinauf zum
Gasthof „Dürrer Ast“ über Prad, wo wir die Tourenwochen ausklingen
ließen.

Reste eines alten Aquädukts bei Laas |

Vinschgauer Feuchtgebiete |

am Ende einer gelungenen Tourenwoche |
Bericht und Fotos: Heinrich Mühlbacher
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