|
Sagtalerspitze
in den Kitzbühler Alpen
(15.10.2006)
Bericht
des Tourenleiters Robert Hanisch:
Langsam
zieht der Herbst ins Land. Die schönen Bergtage sind nun schon gezählt.
Die Tage werden nun schon kürzer und die Nächte kälter.
Für mich war es eine Tour ins
Ungewisse. Aus einem Klettersteigführer hatte ich sie einmal
rausgelesen und ins Programm gesetzt. Das Abenteuer begann. Ich besorgte
mir auf den letzten Drücker eine Karte von dem mir noch unbekannten
Gebiet. Dann kamen die Anmeldungen. So nach und nach waren wir dann zu
zehnt.
Am
Samstag waren wir noch beim Klettern am Hohen Brett. Da war es noch
empfindlich kalt. Dann, am Sonntag, starteten wir mit zwei Autos.
Kufstein war dann von einer Hochnebeldecke überlagert. Erst an unserem
Ausgangpunkt, in Inneralpbach, wurde es etwas lichter. Also machten wir
uns auf den Weg.
Es
war schön, mit alten Bekannten wieder einmal unterwegs zu sein. Jeder
hatte was neues erlebt und so ratschten wir uns den noch im Schatten
liegenden Weg rauf bis wir in die Sonne kamen. Der Herbst hatte hier
schon Einzug gehalten und einige Bäume gefärbt. Jetzt weiß ich wo der
Ausdruck goldener Oktober herkommt.
Beim
Tristjoch angekommen zeigten sich uns dann die frisch angezuckerten
Zillertaler Alpen in Ihrer ganzen Pracht. Nach einer kleinen
Brotzeitpause ging es weiter rauf zu unserem ersten Gipfel, dem Gamskopf
(2205m). Als der Anstieg steiler wurde, kehrte der Michael, ein
Arbeitskollege aus dem nahen Osten um. Recht so. Er hatte so auch seinen
Spaß und der Weiterweg hätte uns beiden keine Freude gemacht. Nach
einer kurzen Pause machten wir uns dann wieder auf den noch langen Weg.
Nun wurde es, nach dem langen Anstieg, doch noch etwas abenteuerlich.
Dem Gratverlauf folgend, kamen wir auf unseren zweiten Gipfel, den
Tappenkopf (circa 2240m). Nun stimmte der Titel unserer Samstagstour vom
Hohen Brett „Sommer, Sonne, Sonnenschein“. Einfach ein Traum und das
im Spätherbst! Und weiter geht es auf unser eigentliches Ziel, die
Sagtalerspitze (2241m) über den mäßig schwierigen und dennoch
interessanten Klettersteig.
Nach
einer längeren Pause, am eigentlichen Ziel unserer Tour, ging es
einfach wieder runter. Unser nächstes Ziel, das Wiedersberger Horn
(2127m), schien noch endlos weit weg. An kleinen Seen entlang ging es
dann doch ganz schnell. Eigentlich kein Wunder an solch einem Traumtag.
Nach dem Gipfelanstieg machten wir uns dann gleich wieder an den
Abstieg, da der Michael aus dem nahen Osten sicher schon auf uns
wartete. Über die Skipiste, die Kehren der Forststrasse abkürzend
kamen wir dann schnell wieder zu den Autos.
Nach
einem wohlverdientem Einkehrschwung ging es dann wieder Richtung Heimat,
wo eine am Anfang noch etwas ungewisse, aber dann am Ende in meinen
Augen grandiose Bergtour zu Ende geht. So was hatte ich nicht erwartet,
eine Sinfonie aus Ruhe, neuen Eindrücken einer schönen Landschaft und
das dann noch mit netten Menschen. Einfach ein Traum.
Bericht
und Fotos: Robert Hanisch
|