Hochgolling
und Greifenberg
Diese
zwei Berge sind in den Schladminger Tauern. Der Hochgolling, mit einer
Höhe von 2862m ist der höchste dieser Region. Der Greifenberg kann
auch ganz stattliche 2618m aufweisen. Diese Tour habe ich für meine
liebe Nachbarin, der Brigitte, ins Programm genommen. Vor einigen
Jahren hatte sie die Tour geplant, war dann aber leider erkrankt.
Nun
war es so weit. Endlich stand wieder einmal eine schöne Bergtour an.
Leider musste ich die letzte Tour, den Saalfeldner – Höhenweg wegen
einem schlechten Wetterbericht, einem verknaxten Fuß und eher spärlichen
Anmeldungen absagen. Was war los ? Sterben die normalen,
naturverbundenen Bergsteiger jetzt aus? Irgendwer hat einmal gesagt:
fahrt Rad, fahrt Auto, fliegt über die Teiche, aber behaltet Euch das
Gehen. Eigentlich die normale Fortbewegungsart der Menschen.
Für
das Wochenende vom 9.9. – 10.9.2006 hatte der Wetterbericht, der weiß
auch nicht was er will, anfangs der Woche gar nicht so gut angesagt.
Er verbesserte sich dann. Von einem Tag zum nächsten wurden die
Wetterprognosen besser. Nun kamen so nach und nach dann doch noch
einige Anmeldungen zusammen. Eigentlich waren es mir, für eine
landschaftliche sehr reizvolle Tour, viel zu wenige. Flogen die
Wanderer von einst jetzt über die Teiche, fuhren Auto oder Rad? So
machte ich mich am Samstag mit fünf Teilnehmern der Tour auf den Weg.
Im Untertal ging es bei herrlichem, aber in den frühen Morgenstunden
noch kaltem Wetter los. Erst einmal rauf zur Golling – Hütte. Dann
nach einer kurzen Pause weiter. Langsam schraubten wir uns immer höher.
In der Golligscharte wurden dann unsere Bemühungen belohnt. Es war
fast windstill und die Sicht war grandios. Nicht so wie im
Hochgebirge, sondern eher beruhigend. Die Berge um uns rum eher grün
und trotz Zacken und Enden, irgendwie zart und überschaubar. Nun ging
es langsam auf den Gipfel des Hochgolling, denn wir hatten ja Zeit.
Oben angekommen - ein Traum. Es war warm und einfach toll. Ein
kleines, mit einfachen Mitteln erreichtes Paradies. Es wurde auf
einmal unerwartet ruhig. Jeder ließ seine Sinne schweifen und genoss
den schönen Herbstag. In der Sonne liegen und seinen Gedanken nachhängen
das hat schon was. Das Abendessen stand an. Also drängte ich zum
Aufbruch. Es war eigentlich ein einfaches Abendessen ohne Schnick
und Schnak, aber vielleicht eben deshalb tierisch gut. Wir
waren alle müde, von den Eindrücken des Tages geprägt und gingen
bald ins Bett.
Der
nächste Tag, was soll ich eigentlich noch weiterschreiben? Das
Wetter, spätsommerlich, traumhaft
schön und ruhig. Die Eindrücke von der Landschaft, dem Wetter
und auch den Kleinigkeiten auf dem Weg kann ein Außenstehender leider
nicht begreifen. Auf dem
Greifenberg angekommen, erst einmal eine längere Pause. Die grünen,
bemoost wirkenden Gipfel, in der Nähe und dahinter die frisch
angezuckerten Hohen
Tauern. Nach der Pause ging es runter zu den Klaffer Kesseln. Einer
Ansammlung von etlichen, verschieden großen Bergseen. An ihnen
entlang, den Hohen Dachstein im Hintergrund, kamen wir dann auf die
Preintaler Hütte zum etwas verspäteten Frühschoppen. Am Spätnachmittag
wurde unser Ausgangspunkt wieder erreicht. Unsere Tour, eigentlich
sinnlos, geht dennoch mit einem gutem Gefühl im Magen zu Ende. Ich
glaube, ich habe jetzt Hunger.
Text
und Fotos: Robert Hanisch 